Hummetroth. Was wäre Kirche ohne Musik? Spätestens seit Martin Luther ist klar: Musik ist eine wesentliche, dazu besonders schöne und eingängige Form der Verkündigung des Evangeliums. Dem Gesang kommt dabei nochmal besondere Bedeutung zu, weil er auf der Basis der Melodien die Worte - biblische Texte, Gebete, geistliche Gedichte oder gesungene Predigten - transportiert.
Das ist insbesondere die Mission von Kirchenchören, die nicht nur regelmäßig Gottesdienste mitgestalten, sondern immer wieder auch eigene Konzerte geben - und vor allem sich regelmäßig zum Üben treffen. Es braucht also einen langen Atem.
Der Evangelische Kirchenchor in Hummetroth besteht schon seit über sechzig Jahren, und drei langjährig engagierte Sängerinnen wurden nun im Rahmen eines Gottesdienstes im Hummetröther Gemeindehaus geehrt: "Ute Eckert singt bereits seit 60 Jahren, Bärbel Schade seit 50 Jahren mit. Seit 25 Jahren ist Helga Michel dabei", sagt Chorleiterin Carolin De Meo.
Den Gottesdienst mit den Ehrungen gestaltete Prädikantin Monika Kreuzer (Mossautal). Helga Michel erhielt die Silberne Ehrennadel des Chorverbands der Landeskirche, Bärbel Schade die Goldene - welche Ute Eckert bereits vor zehn Jahren bekommen hatte. Dazu gab es Urkunden für alle drei.
Chorgesang als Familienangelegenheit
"Singen gehört zu meinem Leben dazu", erklärte Bärbel Schade auf Nachfrage; "und es tut einfach gut". Auch ihre Eltern singen beide in dem Chor, ihre Großmutter Sofie Friedrich sei damals sogar Gründungsmitglied gewesen, erzählt sie. - Der Evangelische Kirchenchor in Hummetroth wurde 1963 als Frauenchor gegründet. Vier Jahre später kamen die ersten Männer dazu. "Heute besteht der Chor aus 15 Frauen und fünf Männern", berichtet Chorleiterin De Meo. Jede Woche montags treffen sich die Sängerinnen und Sänger zur Chorprobe.
Beim Gottesdienst am Pfingstmontag in Hummetroth gab der Kirchenchor übrigens zugleich so etwas wie ein Geburtstagsständchen: gilt doch das Pfingstfest mit seiner Erinnerung an das Wirken des Heiligen Geistes als "Geburtstag der Kirche".
Bernhard Bergmann
27.5.2026