Evangelisches Dekanat Odenwald

Kinder-Weltgebetstag in Weiten-Gesäß

Für eine Schulstunde nach Nigeria

Weiten-Gesäß. Immer am ersten Freitag im März wird überall auf dem Globus in christlichen Gemeinden und Gemeinschaften Weltgebetstag gefeiert, bei dem jeweils ein Land im Mittelpunkt steht; das war diesmal das afrikanische Nigeria. Und seit ein paar Jahren steht am Montag drauf in der Evangelischen Grundschule in Weiten-Gesäß, genauer gesagt in der benachbarten Kirche des Michelstädter Stadtteils, Kinder-Weltgebetstag auf dem Stundenplan. Da gibt es dann für etwa eine Schulstunde Lieder, Gebete und - ganz wichtig - kindgerecht aufbereitete Landeskunde für die Schülerinnen und Schüler. Dies hatten Inge Krannich, Sandra Durst und Katja Döbert vom Weiten-Gesäßer Weltgebetstagsteam übernommen. Für Musik sorgte Sigrid Buff am Keyboard.

Richtig afrikanisch sah es diesmal aus in dem modernen Kirchenraum in der Ortsmitte: Da standen exotisch anmutende Pflanzen, eine große Hütte aus einem afrikanischen Dorf war errichtet, es gab nigerianische Fähnchen und viele Bilder zu sehen. Und die Grundschulkinder erfuhren: 230 Millionen Menschen, fast dreimal so viele wie in Deutschland, leben in Nigeria. Die Landschaft ist durch Savannen und Hochebenen geprägt, es gibt moderne Städte und karge Dörfer, in denen oftmals das Wasser mühsam aus weitab liegenden Brunnen geholt werden muss. Dass es heiß ist, hatten die Kinder bereits vermutet, ebenso, dass es Sandstürme gibt. Und viele Tiere, die in Nigeria leben, konnten sie aufzählen: Löwen, Zebras, Elefanten, Büffel, Giraffen, Geparden, Leoparden. "Die meisten Menschen sind sehr arm", auch das ist eine Wahrheit über Nigeria. Im Süden des Landes gibt es Erdöl, "aber davon haben nur ganz wenige was", so Inge Krannich. Und auch was Religion anbetrifft, gibt es eine klare Aufteilung: Der Norden des Landes ist muslimisch geprägt, im Süden leben Christen.
"Die Schuluniformen, die die Kinder tragen müssen, sind teuer, ebenso die Stifte", erfuhren die Kinder von Inge Krannich. Und eigentlich sind mindestens neun Jahre Schule Pflicht, aber viele, vor allem Mädchen, bekommen nur wenig Bildung, weil zu Hause Hilfe gebraucht wird.

Dass der Weltgebetstag eine zutiefst ökumenische Angelegenheit ist, das kam auch in Weiten-Gesäß zum Ausdruck. Zu Gast war nämlich Kaplan Cornelius Agbo von der katholischen Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis. Und Agbo stammt - aus Nigeria.
Von dort, so erzählte er den Kindern, war er gerade eben wieder zurückgekommen. Agbo berichtete lebendig und eindrucksvoll über seinen Stamm, seine traditionelle Kleidung und über typisches Essen in seiner Heimat, auch über Kultur in Nigeria und über Urlaubsorte. Und besonders interessant für Kinder: landestypische Spiele.
"Eine allgemeine nigerianische Sprache für alle gibt es nicht", sagte der Kaplan, dafür über 500 verschiedene Sprachen. Damit sich alle verständigen können, ist Englisch die verbindende Sprache. Natürlich gibt es Not im Land, Armut, Hunger. Aber Kaplan Cornelius Agbo lenkte den Blick bewusst auch in die andere Richtung: Es gibt - Beispiel Landschaft und Freundlichkeit vieler Menschen - auch "viel Schönes, aber davon berichten die Medien nicht".

 

Bernhard Bergmann
10.3.2026


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