wer augen hat
zu sehen der sehe was
die sonne predigt

Die Auen stehen dick mit Korn,
dass man jauchzet und singet.
Psalm 65,14b
der felder fülle
wie im brennglas gebündelt
das leuchten der ähren draußen
strahlt hinein
in die gemeinde
durchs fenster zur welt
fürdanken zur ernte
fürbitten dass alle
gesättiget werden
sieben halme
das meint: es reicht
für alle, drum
lasst uns teilen
*

Der Sämann sät das Wort.
Markus 4,14
Reformationstag: Zu Martin Luthers bleibenden Gaben zählt auch diese: Er reichte uns das Saatgut - ein ganzes Buch voll - in unsrer Sprache.
Jedes Bibellesen ist eine neue Aussaat.
auflesen
wort für wort
ausstreuen, säen im kopf
was aufgeht wächst reift
ernten magst du
wann immer du ihrer bedarfst
trost hoffnung weisung zuversicht
*

Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Lukas 22,62
Der Hahn - ein Passionsmotiv. Vor allem, gewiss. Aber nicht nur. Er steht auch für den Ruf zur Umkehr, zur Buße. Ob es ein Hahnenschrei ist oder eine Mahnung oder Erinnerung, das rechte Wort zur rechten Zeit oder das Schweigen, das alles sagt: ein Kleines mag genügen, um Richtig von Falsch zu scheiden - und umzukehren. Wer sich umwendet, sieht hinter sich offene Arme.
*

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
getragen vom licht
der eigenen botschaft
kommt der engel, spricht
inmitten des dunkels
fürchtet euch nicht
*

Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Lukas 2,12
leer die krippe
die bedeutungsvoll leuchtet
nehmt dies zum zeichen
dass gott schon unterwegs ist
in der welt
leer die krippe
nehmt dies zum zeichen
dass alles harrt
der wiederkunft dessen
der über das kreuz im fenster hinausging
himmelwärts
leer die krippe
in dir
*

Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele, der im Himmel festgemacht ist.
Hebräer 6,19f.
ins meer der katastrophen
der angst und verzweiflung und des
stetig anbrandenden nichts
auswerfen den
anker der hoffnung auf den
grund des glaubens
*

Wie würde aber dann die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?
Matthäus 26,54.
Noch ist der Weg nach Jerusalem weit; siebzig Tage, sechzig Tage. Noch manche Kreuzung liegt vor ihnen. Entlang der Straße und an den Kreuzungen warten Menschen. Sie wollen ihn sehen, bitten um Hilfe, Heilung. Sie suchen seine Nähe, Zuspruch, Trost, Stärkung. Sie haben Fragen, bitten um Antworten, hoffen auf Wunder.
Der Weg nach Jerusalem geht geradeaus. Die dreizehn werden nicht abbiegen; sie könnten es, tun es aber nicht.
Die Menschen kommen von links, kommen von rechts, warten am Wegrand, wollen ihn sehen. Jesus kennt seinen Weg, geradeaus, Richtung Jerusalem.
Er könnte abbiegen, tut es aber nicht. Damit die Schrift erfüllt werde.